Ampel nicht sicherer als Kreisel

Thomas Gabor, Pressesprecher der FDP Ammersbek
Thomas Gabor, Pressesprecher der FDP Ammersbek

Führt Willkür zu Fehlinterpretation von Fakten durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr?  

Die mit Verkehrszeichen geregelte Einmündung der Bünningstedter Dorfstraße (L 225) in die Lübecker Straße (L 225) an der Hoisbütteler Mühle hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einer Unfallhäufungsstelle mit Todesfällen, Schwer- und Leichtverletzten, zahlreichen Sachschäden und einer Vielzahl statistisch nicht erfasster Beinaheunfälle entwickelt. Die Unfälle ereigneten sich überwiegend beim Linksabbiegen aus dem wartepflichtigen Rückstau von Bünningstedt kommend in Fahrtrichtung Hoisbüttel. 

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) hatte sich als Baulastträger daraufhin mit der regionalen Unfallkommission der gefahrenträchtigen Situation des Knotenpunktes angenommen. Nach Einrichtung eines „Rundes Tisches“ wurden unter anfänglicher Beteiligung des Bürgermeisters von Ammersbek, Herrn Horst Ansén, aktuelle Verkehrszählungen durchgeführt und weitere Gespräche über geeignete Maßnahmen zur Beseitigung der Unfallstelle vereinbart. Die Meinungsbildung in der zweiten Jahreshälfte erfolgte dann aber ohne Beteiligung der betroffenen Gemeinde Ammersbek. Das Ergebnis der verwaltungsseitigen Untersuchungen und die geplanten Maßnahmen zur Entschärfung der Unfallstelle wurden der Gemeindeverwaltung, den politischen Mandatsträgern und der Öffentlichkeit in einer öffentlichen Vortragsveranstaltung am 10. Januar mitgeteilt. 

Es sei endgültig entschieden worden: Zur Gewährleistung optimaler Verkehrssicherheit wird die Installation einer Lichtsignalanlage mit Linksabbiegerschutz der Alternative mit einem kleinen Kreisverkehr eindeutig vorgezogen. Die Bauausführung und Inbetriebnahme der Ampelanlage erfolgt bis Anfang Mai.
Die Zusage des LBV-SH, die Verkehrssicherheit nunmehr wirkungsvoll verbessern zu wollen, wird zweifellos gewürdigt. Gleichwohl hat das im Einvernehmen mit dem Landesverkehrsministerium hoheitlich praktizierte Vorgehen ohne Beteiligung der durch die Verkehrsmengen und das Unfallgeschehen der Landesstraße stark belasteten Gemeinde allseits in hohem Maße Unverständnis und Verärgerung erzeugt.

Dazu kommt eine anscheinende Desinformation über die Verkehrssicherheit der von einer breiten Mehrheit in Ammersbek bevorzugten Lösungsvariante mit einem Kreisverkehr.
Die Ampelanlage ist hinsichtlich der Verkehrssicherheit einem Kreisel nicht, wie behauptet wurde, deutlich überlegen.

Nach Maßgabe des vom LBV-SH zitierten Forschungsberichtes der Bundesanstalt für Straßenwesen (V 201 aus dem Dezember 2010) beträgt die Grundunfallkostenrate für die Ampel und für den Kreisel gleichermaßen gUKRa = 4,60 €/1000 Kfz. 

Der Ortsverband der FDP in Ammersbek ist nicht bereit sich dieser weder sach- noch bedarfsgerechten Entscheidung zu beugen und hat am 21.02.2017 eine Petition gegen die Installation der Lichtsignalanlage beim Landespetitionsausschuss eingereicht, die sich nicht nur gegen die falsche Bedarfs- und Kostenanalyse sondern auch gegen die Entscheidungsfindung nach Gutsherrenart richtet. Denn wir sind der Meinung: 

Eine Ampel ist nicht sicherer als ein Kreisel