Ein Wohltäter nach Gutsherrenart

Thomas Bellizzi, FDP Fraktionsvorsitzender Ahrensburg
Thomas Bellizzi, FDP Fraktionsvorsitzender Ahrensburg

Die Sparkasse Holstein erhebt erstmals Kontoführungsgebühren für gemeinnützige Vereine und Organisationen – wegen eigener Verluste resultierend aus der Niedrigzinsphase. Die Sparkasse Holstein freut sich über eine stabile Jahresbilanz und einen Gewinn, der mit 12,1 Millionen Euro lediglich 100.000 Euro unter dem des Vorjahres liegt – trotz der Niedrigzinsphase. Zwischen den beiden jüngsten Meldungen des Kreditinstituts liegt wenig Zeit, aber ein großer Widerspruch.

Seit Anfang des Jahres zahlen Ehrenamtler in Stormarn für Vereinskonten, unter anderem 17 Cent pro Buchungsposten. Da können je nach Organisation schon einige Hundert Euro im Jahr zusammenkommen. Das ist Geld, das natürlich an anderer Stelle fehlen wird.

Die Entscheidung Gewinneinbrüche, die dann so gravierend nicht sind, nicht nur an Geschäfts- und Privatkunden, sondern auch an die ehrenamtlichen Organisationen weiterzugeben, passt ohne Frage zu den meisten Kreditinstituten. Diese Entscheidung passt aber kaum zu den Sparkassen und ihrem Selbstverständnis – sind sie als Anstalten des Öffentlichen Rechts immerhin der Gemeinnützigkeit verschrieben. Verwunderlich ist dieser Schritt auch, denn an sozialem Engagement mangelt es der Sparkasse Holstein nicht. Eigentlich.

So werden etliche gemeinnützige Organisationen begünstigt. Von den hauseigenen Stiftungen profitieren unter anderem das Ahrensburger Schloss und die Wassermühle in Trittau. Das ist ehrbar. Es hat aber auch etwas von der sprichwörtlichen Gutsherrenart: Der eine bekommt eine Zuwendung, der andere geht leer aus. Das dahinterliegende Entscheidungsmuster ist nicht immer nachvollziehbar. Besonders deutlich wird das, wenn Veranstaltungen wie das Hamburger Derby an der Horner Rennbahn profitieren, während Stormarner Vereine zur Kasse gebeten werden.

Es würde besser zu der Sparkasse Holstein passen, wenn alle Vereine in ihrem Geschäftsbereich profitieren und nicht nur die, die im Scheinwerferlicht der überregionalen Politik stehen. Denn schließlich sind es diese Institutionen in ihrer Gesamtheit, die eine wirklich soziale Breitenwirkung haben. Sie sind zudem ein wesentlicher Grund dafür, dass der Kreis in den vergangenen Jahrzehnten auch an den Stellen lebenswert geworden und geblieben ist.

 

 

Thomas Bellizzi

FDP-Fraktion