Quo vadis Verkehr?

Verkehrswende in Stormarn – es wird höchste Eisenbahn

Donnerstag, 11.01.2018

Wenn es um das Thema Verkehrswende in Stormarn geht, können wir lesen, dass mit Millionenaufwand ein E-Highway zwischen Lübeck und Reinfeld gebaut werden soll, damit einige wenige LKWs mit Elektroantrieb gefahren werden können. Die Probleme, dass ein LKW die Straßen bis zu 60.000fach im Vergleich zum PKW belastet und im Vergleich zur Güterbahn 5 x mehr Energie verbraucht, bleiben. Auch gibt es mit großen finanziellen Anstrengungen die Bestrebung, möglichst viele Ladestationen für E-Autos zu installieren. Sicher auch ein Beitrag, dass die Luft weniger mit CO² belastet wird. Aber niemand setzt sich mit den auf der Hand liegenden Problemen auseinander. Woher sollen die knappen Rohstoffe für die Batterien wie Kobalt und Lithium kommen, wenn E-Autos tatsächlich in größerem Umfang PKWs mit Verbrennungsmotor ersetzen und wie die hochgiftigen Batterien entsorgt werden sollen?

Dabei gibt es ein Verkehrsmittel mit ausgebauter Infrastruktur für den elektrischen Betrieb - die Eisenbahn. Man hat allerdings den Eindruck, dass kaum Anstrengungen unternommen werden, eine Verkehrsverlagerung vorzunehmen. Auf Bundespolitischer Ebene sind in der letzten Legislaturperiode die Mautgebühren um fast 20 % gesenkt worden, während die Trassenpreise für die Bahn fast um den gleichen Betrag stiegen. Vom Management der Bahn hört man eher etwas von Einsparungen als von Konzepten, mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu bekommen. Das macht sich auch in Stormarn bemerkbar. Gab es 2005 noch Güterbahnhöfe in Reinfeld, Bad Oldesloe, Bargteheide und Ahrensburg, ist die letzte Verladestation in Blumendorf 2017 mit Beschluss der Stadt Bad Oldesloe geschlossen worden. Im Personenverkehr sind zwar die alten Silberlinge durch moderne, klimatisierte Doppelstockwagen ersetzt worden. Das Maß an Unzuverlässigkeit der Bahn durch komplette Zugausfälle, erhebliche Verspätungen, überfüllte Züge und Kurzzüge in der Hauptverkehrszeit durch fehlende Waggons hat ein Ausmaß angenommen, dass auch überzeugte Bahnpendler überlegen, mit dem PKW zu fahren. Das Potential, Autofahrer für die Bahn zu gewinnen, wird so keinesfalls ausgenutzt. Im Güterverkehr gibt es einen Lichtblick. FDP-Wirtschaftsminister Buchholz hat die Initiative ergriffen, den Bahnanschluss nach Blumendorf zu dem Metallhändler Acelor doch noch aufrecht zu erhalten, wenn die Stadt Bad Oldesloe oder der Kreis auch einen Beitrag dazu leisten. Das würde uns immerhin ca. 1000 LKW-Fahrten jährlich ersparen und eine CO² –Ersparnis erbringen, die wohl alle Energiemanager in den Amtsstuben in Stormarn nicht erreichen würden. Aber hier sind weitere Aktivitäten erforderlich. Eine schneller und kostengünstigere Möglichkeit einer deutlichen Energieeinsparung und damit Reduzierung von CO² sowie Feinstaubbelastung gibt es nicht.

Michael Klahn

FDP-Kreistagsfraktion