Bildung/Bertelsmann-Studie

Anita Klahn: Wir brauchen pädagogische Vollprofis an den Grundschulen

"Schon vor Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie war klar, dass an den Grundschulen ein erheblicher Personalmangel besteht, der sich wohl noch vergrößern wird. Die FPD trat deshalb schon im letzten Wahlkampf entschieden für eine Erhöhung der Planstellen ein. Es ist sehr erfreulich, dass uns die Koalitionspartner nun bei der Umsetzung dieses Vorhabens unterstützen.

Im diesjährigen Haushalt sind 40 zusätzliche Grundschullehrerstellen vorgesehen. Im nächsten Jahr kommt noch einmal dieselbe Zahl hinzu. Allerdings ist es nur ein erster Schritt, diese Stellen in den Haushalt einzustellen. Wir müssen vor allem die Attraktivität des Grundschullehrerberufs steigern. Mangelnde öffentliche Anerkennung und eine geringere Bezahlung als die mancher Berufskollegen sind zwei wesentliche Gründe, warum sich nicht so viele Studienanfänger für das Grundschullehramt entscheiden. Diese geringere Wertschätzung ist absurd,  wenn man bedenkt, dass in der Grundschule das Fundament für eine erfolgreiche Bildungsbiographie gelegt wird. Aufgrund dieser großen Bedeutung der Grundschulausbildung hat sich die Jamaika-Koalition dazu bekannt, die Besoldung auf das A13-Niveau anheben zu wollen.

Ob die Einstellung von Seiteneinsteigern eine wirkliche Lösung zur Behebung des Lehrermangels ist, so wie es die Studie vorschlägt, ist zweifelhaft. Denn gerade in der Grundschule braucht es pädagogische Vollprofis."